Liora und der funkelnde Zaubergarten

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Liora und der funkelnde Zaubergarten

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Es war einmal ein kleines Mädchen namens Liora, das in einem friedlichen Dorf am Rande eines Waldes lebte. Jeden Abend, wenn die Sonne hinter den Hügeln versank, leuchteten die Sterne am Himmel wie kleine Laternen. Liora liebte es, am Fenster zu sitzen und sich auszumalen, was wohl hinter dem Wald lag.

Eines Abends, kurz bevor sie ins Bett gehen sollte, entdeckte Liora ein glitzerndes Licht zwischen den Bäumen. Es funkelte blau und gold, wie ein Stern, der vom Himmel gefallen war. Neugierig zog sie ihre kleinen Schuhe an, nahm ihre Taschenlampe und schlich hinaus.

„Nur ganz kurz,“ murmelte sie. „Dann bin ich rechtzeitig wieder da.“


Das Tor in die Zauberwelt

Als Liora näherkam, sah sie etwas Erstaunliches: Zwischen zwei uralten Eichen hatte sich ein Tor aus Licht gebildet. Es funkelte in allen Farben des Regenbogens. Ihr Herz klopfte schneller, doch gleichzeitig fühlte sie sich geborgen – als hätte das Tor nur auf sie gewartet.

Mutig trat sie hindurch – und plötzlich stand sie in einem Zaubergarten.

Überall wuchsen Blumen, die in der Dunkelheit leuchteten: lilafarbene Sterneblumen, goldene Mohnblüten und Rosen, deren Blätter wie Kristalle glitzerten. Schmetterlinge aus Licht flatterten durch die Luft, und ein kleiner Bach sang eine leise Melodie.

„Willkommen, Liora,“ sagte eine sanfte Stimme. Vor ihr stand eine kleine Fee mit schimmernden Flügeln. „Ich bin Aurelia, die Hüterin dieses Gartens.“


Die Bitte der Fee

Liora staunte. „Das ist der schönste Ort, den ich je gesehen habe!“

Aurelia lächelte. „Dieser Garten ist voller Magie. Doch heute Nacht brauche ich deine Hilfe. Ein besonderer Sternenstein, der den Garten zum Leuchten bringt, ist verschwunden. Ohne ihn verlieren die Blumen ihr Licht.“

Liora nickte eifrig. „Dann helfe ich dir, ihn zu finden!“

Die Fee klatschte erfreut in die Hände. „Folge dem Pfad aus silbernen Blättern. Er wird dich zu drei Prüfungen führen. Bestehst du sie, findest du den Sternenstein.“


Die erste Prüfung – Mut

Liora folgte dem glitzernden Pfad. Bald kam sie zu einer Brücke, die über einen tiefen, funkelnden Fluss führte. Doch die Brücke bestand nur aus schwebenden Steinen, die weit auseinanderlagen.

„Oh je,“ murmelte Liora. „Das ist ganz schön weit.“

Da hörte sie ein Flüstern: „Vertraue dir selbst.“ Es war, als spräche der Wind zu ihr. Liora atmete tief ein, fasste all ihren Mut zusammen – und sprang.

Von Stein zu Stein hüpfte sie, bis sie sicher auf der anderen Seite stand. Ihr Herz pochte, doch sie lächelte stolz. „Ich hab’s geschafft!“


Die zweite Prüfung – Freundlichkeit

Der silberne Pfad führte weiter zu einem kleinen Wald. Dort traf Liora auf ein Einhorn. Es war wunderschön, doch seine Mähne war verheddert und voller Dornen. Das Einhorn sah traurig aus.

„Oh, armes Ding,“ sagte Liora. Vorsichtig strich sie über die Mähne und begann, die Dornen herauszuziehen. Stück für Stück löste sie die Knoten. Das Einhorn seufzte erleichtert, schüttelte die glänzende Mähne und legte dankbar den Kopf an Lioras Schulter.

„Danke, kleine Helferin,“ sprach es mit sanfter Stimme. „Du hast mein Herz leichter gemacht.“

Als Belohnung ließ das Einhorn ein goldenes Haar zurück, das warm in Lioras Hand funkelte.


Die dritte Prüfung – Vertrauen

Schließlich kam Liora zu einer dunklen Höhle. Am Eingang stand ein großer, freundlicher Drache mit smaragdgrünen Schuppen.

„Um den Sternenstein zu finden,“ brummte er, „musst du mir folgen. Doch innen ist es stockdunkel. Hast du Vertrauen?“

Liora zögerte kurz, doch dann nickte sie. „Ja, ich vertraue dir.“

Der Drache lächelte und führte sie in die Höhle. Obwohl es dunkel war, spürte Liora seine Wärme neben sich und hatte keine Angst. Bald leuchtete am Ende der Höhle ein helles Licht. Dort, auf einem Sockel aus Kristall, lag der Sternenstein.


Die Rückkehr

Liora nahm den Sternenstein vorsichtig in die Hände. Er glühte warm und strahlte heller als alle Blumen im Garten. Gemeinsam mit dem Drachen kehrte sie zu Aurelia zurück.

Die Fee schlug die Hände zusammen. „Du hast es geschafft! Mut, Freundlichkeit und Vertrauen – das sind die wahren Schlüssel der Magie.“

Sie setzte den Sternenstein in die Mitte des Gartens. Sofort begannen die Blumen noch heller zu leuchten, und der ganze Zaubergarten funkelte wie ein Sternenhimmel.

„Danke, Liora,“ sagte Aurelia. „Du hast uns gerettet. Zur Belohnung darfst du jederzeit zurückkehren, wenn du träumen willst.“


Heimkehr ins Bett

Plötzlich spürte Liora, wie ihre Augen schwer wurden. Das Tor aus Licht erschien erneut. „Zeit nach Hause zu gehen,“ flüsterte die Fee.

Liora trat hindurch – und fand sich in ihrem Zimmer wieder. Die Taschenlampe lag neben ihrem Bett, und draußen funkelten die Sterne wie zuvor.

Sie kuschelte sich in ihre Decke, das goldene Einhornhaar fest in der Hand. Bevor sie die Augen schloss, flüsterte sie: „Ich weiß jetzt, dass wahre Magie in Mut, Freundlichkeit und Vertrauen steckt.“

Mit einem glücklichen Lächeln schlief sie ein – und träumte von ihrem nächsten Besuch im funkelnden Zaubergarten.

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